Leinen los! – Selbstgesteuertes Lernen

Seit dem Schuljahr 2025/26 lernen unsere Schülerinnen und Schüler in Lernzeiten zunehmend selbstgesteuert. Sie planen ihre Aufgaben, wählen ihr Tempo und ihren Lernort – und übernehmen Schritt für Schritt mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen. Wir nennen das: Leinen los!

Wer zeigt, dass er Verantwortung übernehmen kann, erwirbt einen Segelschein – und darf weiter hinaus: vom Hafen über die Elbe und das Meer bis auf den Ozean.

Vier Lernräume: vom Hafen bis zum Ozean

Hafen Der Klassenraum Der Hafen ist der Klassenraum. Jede Schülerin und jeder Schüler hat hier einen eigenen Arbeitsplatz. Jede Lernzeit beginnt und endet im Hafen gemeinsam mit der Klasse und der Lernbegleitung. Hier gibt es Ruhe, Struktur und Unterstützung – und von hier aus geht es los.
Elbe Das Jahrgangsgebäude Auf der Elbe wird das Jahrgangsgebäude mit seinen Fluren und Räumen zum Lernraum. Hier können Schülerinnen und Schüler zusammen arbeiten, sich gegenseitig helfen oder sich in Flüsterzonen konzentrieren.
Meer Das Schulgelände Auf dem Meer steht das gesamte Schulgelände als Lernort zur Verfügung. Dieser Freiraum setzt voraus, dass Schülerinnen und Schüler ihr Lernen schon gut selbst organisieren und Verantwortung übernehmen.
Ozean Der Stadtteil Der Ozean ist der weiteste Lernraum: Hier wird auch außerhalb der Schule gelernt, zum Beispiel im Stadtteil. Diese Stufe erreichen Schülerinnen und Schüler, die sehr selbstständig und verantwortungsvoll arbeiten.

Die Idee: Lernen begleiten statt steuern

Kinder lernen unterschiedlich – in unterschiedlichem Tempo, mit unterschiedlichen Stärken und Interessen. Deshalb arbeiten in der Lernzeit nicht alle gleichzeitig am Gleichen. Die Pädagoginnen und Pädagogen begleiten, beraten und unterstützen; die Schülerinnen und Schüler organisieren ihr Lernen zunehmend selbst.

Dabei gilt: Freiheit ist kein Freifahrtschein. Mehr Freiraum gibt es für alle, die zeigen, dass sie verantwortungsvoll damit umgehen. Dafür stehen unsere vier Lernräume – vom Hafen bis zum Ozean.

Der Segelschein

Wer in einem größeren Lernraum arbeiten möchte, braucht dafür einen Segelschein. Den gibt es nicht automatisch – er wird Schritt für Schritt erworben:

  • Probezeit: Mit einer Probekarte dürfen Schülerinnen und Schüler einen neuen Lernraum (Elbe oder Meer) drei Wochen lang ausprobieren.
  • Voraussetzungen: Die Regeln des Lernhauses und des Lernraums werden eingehalten, und der bisherige Segelschein besteht schon seit mindestens drei Wochen.
  • Ausweis: Am Ausweis am Band ist zu sehen, in welchen Lernräumen jemand arbeiten darf.
  • Erlaubniskarten: Für kurze Wege – zum Beispiel in die Materialbibliothek – gibt es Erlaubniskarten.
  • Verantwortung: Wer sich nicht an die Regeln hält, kann seinen Segelschein auch wieder verlieren. Das wird im Coachingheft festgehalten und gemeinsam besprochen.

So läuft eine Lernzeit ab

Jede Lernzeit hat einen festen Rahmen: Sie beginnt und endet gemeinsam im Hafen. Dazwischen arbeiten alle an ihren eigenen Aufgaben.

  1. ca. 15 Min. Input Gemeinsamer Start im Hafen: Impulse, Erklärungen und Orientierung für die Lernzeit.
  2. ca. 60 Min. Arbeitsphase Individuelles Lernen an den eigenen Aufgaben – im Hafen oder in dem Lernraum, für den der Segelschein gilt: Elbe, Meer oder Ozean.
  3. ca. 15 Min. Reflexion Gemeinsamer Abschluss im Hafen: Feedback, Festigung, Präsentation und Rückblick.

Die Aufgaben sind in Lerneinheiten organisiert, die es auf vier Niveaus gibt – von „grundlegend mit Förderung“ bis „erweitert plus“. So findet jedes Kind passende Herausforderungen. Gearbeitet wird mit dem Tablet und einer digitalen Lernplattform.

Wer begleitet das Lernen?

  • Lerncoach: Die Tutorinnen und Tutoren sowie unsere Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen führen regelmäßig Coachinggespräche, planen gemeinsam mit den Kindern die nächsten Schritte und behalten den Lernweg im Blick.
  • Lernbegleiter*innen: Alle Pädagoginnen und Pädagogen unterstützen in der Lernzeit bei Fragen und Aufgaben.
  • Lernpartner*innen: Mitschülerinnen und Mitschüler helfen sich gegenseitig und lernen gemeinsam.

Für dich: So funktioniert „Leinen los!“

Bei uns lernst du Schritt für Schritt, dein Lernen selbst in die Hand zu nehmen. Je besser das klappt, desto weiter darfst du hinaus – wie ein Schiff, das vom Hafen bis auf den Ozean segelt.

Deine vier Lernräume

  1. 1. Hafen – Der Klassenraum Hier startest du. Du hast deinen eigenen Platz, und jede Lernzeit beginnt und endet hier mit deiner Klasse. Im Hafen lernst du, wie selbstständiges Arbeiten geht.
  2. 2. Elbe – Das Jahrgangsgebäude Mit deinem Segelschein für die Elbe darfst du im ganzen Jahrgangsgebäude lernen – allein, mit deinen Lernpartner*innen oder in einer Flüsterzone.
  3. 3. Meer – Das Schulgelände Auf dem Meer suchst du dir deinen Lernort auf dem ganzen Schulgelände selbst aus. Das darfst du, weil du gezeigt hast, dass du es gut kannst.
  4. 4. Ozean – Der Stadtteil Das große Ziel! Auf dem Ozean darfst du sogar außerhalb der Schule lernen, zum Beispiel im Stadtteil Finkenwerder.

So bekommst du deinen Segelschein

  1. Du startest im Hafen und zeigst, dass du dich an die Regeln hältst und konzentriert arbeitest.
  2. Mit einer Probekarte darfst du einen neuen Lernraum drei Wochen lang ausprobieren.
  3. Klappt das gut, bekommst du den Segelschein für diesen Lernraum.
  4. Den nächsten Lernraum kannst du ausprobieren, wenn du deinen Segelschein schon mindestens drei Wochen hast.
  5. Auf deinem Ausweis am Band sieht jeder, in welchen Lernräumen du arbeiten darfst.
  6. Für kurze Wege, zum Beispiel in die Materialbibliothek, bekommst du eine Erlaubniskarte.

So läuft deine Lernzeit ab

  • Start im Hafen (ca. 15 Minuten): Ihr startet gemeinsam, und du erfährst, worum es heute geht.
  • Arbeitszeit (ca. 60 Minuten): Du arbeitest an deinen eigenen Aufgaben – im Hafen oder dort, wo dein Segelschein gilt.
  • Abschluss im Hafen (ca. 15 Minuten): Ihr schaut gemeinsam, was ihr geschafft habt.

Deine Aufgaben gibt es auf vier Niveaus. So bekommst du Aufgaben, die zu dir passen – nicht zu leicht und nicht zu schwer. Du arbeitest mit dem Tablet und einer Lernplattform.

Wer hilft dir?

  • Dein Lerncoach spricht regelmäßig mit dir und plant mit dir die nächsten Schritte.
  • Lernbegleiter*innen helfen dir in der Lernzeit bei Fragen und Aufgaben.
  • Lernpartner*innen: Mit deinen Mitschülerinnen und Mitschülern lernst du gemeinsam, und ihr helft euch gegenseitig.

Wenn es mal nicht klappt: Wer sich nicht an die Regeln hält, kann seinen Segelschein wieder verlieren. Das wird in deinem Coachingheft notiert, und du besprichst mit deinem Lerncoach, wie es weitergeht.